Die Liebe der Deutschen zum billigen Wein

Auf der Suche nach prominenten Paten für sein Weinsortiment hat Aldi jetzt den Fernsehmoderator Günther Jauch verpflichtet.

 

Seit dieser Woche stehen zwei "Jauch-Weine" in den Regalen des Discounters.

 

Mit um die 6 Euro zählen sie dort schon zu den teureren Flaschen.

 

Doch mit seinem Weingut an der Saar das Jauch ja besitzt, hat dieser Wein nichts zu tun.

 

Jauch hat gemeinsam mit seinem Kellermeister Andreas Barth lediglich ausgewählt welche Qualitätsweine anderer Winzer in seinem Aldi-Cuveès landen. Abgefüllt werden die Weine bei der größten deutschen Weinkellerei Mertes an der Mosel.

 

Denn wer mit einem solchen Handelsriesen ins Geschäft kommen will, muß selbst ein großer Betrieb sein.

 

Dies gilt auch beim Wein. Das verändert die traditionell kleinteilige Weinindustrie die sich auch auf der Weinmesse ProWein in Düsseldorf jetzt wieder im März gezeigt hat.

 

Fast 80 Prozent aller Weine hierzulande werden mittlerweile in Supermärkten und Discountern verkauft nach Meldung des Marktforschungsinstitut GfK.

 

Vor allem die Billigketten wie Aldi und Lidl haben hier ihren Marktanteil ausgebaut.

 

Die Discounter haben den Wert deutscher Weine erkannt. Doch es gibt in diesem Markt Schwellenpreise die kein Händler überschreiten will.

 

Im Schnitt kaufen die Kunden in den Supermärkten in Deutschland den Liter Wein für 2,92 Euro.

 

Aldi Nord und Aldi Süd verkaufen zusammengerechnet jede vierte Weinflasche in Deutschland.

 

Hinzu kommen noch die Angebotsweine zu den Festtagen wie Ostern oder Weihnachten.

 

Fazit:

 

Je mehr Wein die Verbraucher bei Supermärkten und Discountern kaufen, desto schneller wird die Konzentration unter den Herstellern voranschreiten.

 

Das Statistische Bundesamt zählte zuletzt knapp 17000 Weinbaubetriebe in Deutschland.

Damit 3000 weniger als noch in 2010.

 

Vor allen die kleinen Familienbetriebe und Winzer im Nebenerwerb geben auf.

 

Zugleich ist die Fläche im Weinanbau leicht gestiegen.

 

Die großen Weingüter und Genossenschaften werden also tendenziell größer und somit die ganze Branche professioneller. Dies auch um gegenüber den Handelsketten bestehen zu können.

 

Doch werden sicherlich die kleinen Betriebe nicht aussterben.

 

Laut GfK sind die Verbraucher bereit für heimische Tropen etwas mehr Geld auszugeben als für ausländische.

 

Im Fachhandel und ab Hof können Winzer den Liter Wein im Durschnitt für 6,75 Euro verkaufen.

 

Es kommt als darauf an, dass Winzer diesen Kundenstamm pflegen und neue Gäste anlocken.

 

 

Vermerk: Auszüge / Zahlen bei GfK ersichtlich.

 

 

 

Der Discounter Aldi verkauft ab dem 19. März Weine, ähnlich wie diese, von Günther JauchFoto: Eva Oertwig/SCHROEWIG / picture-alliance, Henning Kaiser / dpa, ALDI SÜD