Pfalz früher Rheinpfalz Allgemeine Info

Auszugsweise aus der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" vom 30.12.2017

Vor 25 Jahren wurde das Weinbaugebiet „Rheinpfalz“ umgetauft in „Pfalz“.

 

In Sammlungen flüssiger Raritäten in so manchem Keller kann man sie noch entdecken. Und mitunter kommen auch welche zu Jubiläen oder anderen besonderen Anlässen – wie beispielsweise jetzt zum Jahreswechsel – auf den Tisch: Weinflaschen mit Etiketten, auf denen die Herkunftsgebiets-Angabe „Rheinpfalz“ steht. 25 Jahre ist es inzwischen her, dass dieser Name geändert wurde in „Pfalz“.

 

Bei der Gebietsweinwerbung ist man sehr froh darüber, dass damals der erste Teil der Anbauregions-Bezeichnung gestrichen wurde. Der Wegfall des Wörtchens „Rhein“ habe sich gerade im Marketing und in der Außendarstellung „extrem positiv“ ausgewirkt, sagt Detlev Janik, Geschäftsführer der Pfalzwein-Werbung in Neustadt.

 

,Pfalz’ ist eingängig und prägnant – und deutlich unverwechselbarer als Rheinpfalz“, erklärt er in einer Mitteilung des Vereins Pfalzwein, mit der an die Ende 1992 erfolgte Bezeichnungsänderung erinnert wird. Mit „Rhein“ in ihrem Namen würden sich schließlich etliche deutsche Weinanbaugebiete schmücken: Rheinhessen, Rheingau und Mittelrhein. Auch Verwechslungen mit dem Bundesland führten der Weinbauverband und die Gebietsweinwerbung der Pfalz ins Feld, als sie sich seinerzeit für deren sprachliche Abgrenzung einsetzten. Eines der weiteren Argumente dabei war, dass ohnehin stets von Pfälzer und nicht von Rheinpfälzer Wein gesprochen werde.

 

Zum Wohl. Die Pfalz.

 

Nachdrücklich plädiert für die „Namensverkürzung“ hatte auch die Werbeagentur Leonhard & Kern, die ab 1990 für die pfälzische Gebietsweinwerbung arbeitete und in jenem Jahr den rasch populär gewordenen Slogan „Zum Wohl. Die Pfalz.“ kreierte. Der Erfolg der mit jenem verbundenen Kampagne, „die viel zur Bekanntheit der Pfalz als Region und Destination beigetragen hat“, ist nach Janiks Ansicht zweifellos auch der Änderung des als Markenbegriff zu sehenden Gebietsnamens zu verdanken. Durch diese hießen die Wein- und die Tourismusregion endlich gleichlautend. Zuvor dürfte es nicht nur für viele Urlaubsgäste und Weinkäufer, die in die Pfalz kamen, irritierend gewesen sein, dass der hier erzeugte Rebensaft gemäß weinrechtlicher Bezeichnung aus der „Rheinpfalz“ stammte.

 

Etwas kurios mutet in diesem Zusammenhang übrigens an, dass der Name „Rheinpfalz“ einst gerne alternativ für „Pfalz“ benutzt worden war, um eventueller Verwirrung entgegenzuwirken: Es sollte dadurch Verwechslungen mit der bayrischen Oberpfalz vorgebeugt werden.

Weine mit Herkunft

 

Zur Angleichung an die Namensänderung des Weinbaugebietes, die mit einer am 4. November 1992 in Kraft getretenen Änderung des Weinwirtschaftsgesetzes festgeschrieben wurde, taufte sich im Januar 1993 die Weinwerbung ebenfalls um: Aus „Rheinpfalz-Weinpfalz“ – einer Wortschöpfung für sich – wurde kurz und griffig „Pfalzwein e.V.“

 

Bei dieser Organisation sieht man sich nun frisch bestätigt darin, richtig gelegen zu haben mit dem Beschluss, dass das Weinbaugebiet fortan unter Pfalz firmieren soll. Hinsichtlich der laufenden Umsetzung des geänderten Weinbezeichnungsrechts erweise sich die Entscheidung von vor 25 Jahren „abermals als Glücksgriff“, so Janik. Denn „Pfalz“ ist seit 2008, wie die Namen aller deutschen Weinanbaugebiete, eine geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.). Und die Information der Verbraucher über die Besonderheiten der Weine aus g.U.-Gebieten wird von der Europäischen Union finanziell gefördert. Das Deutsche Weininstitut (DWI) hat dazu 2016 eine groß angelegte Infokampagne unter dem Motto „Weine mit Herkunft“ gestartet.

 

Der einprägsame Name der Wein- und Tourismusregion Pfalz stehe demnach nicht nur auf Millionen von Weinflaschen, die im In- und Ausland verkauft werden – er werde zudem in den nächsten Jahren durch die Herkunftskampagne des Deutschen Weininstituts „massiv beworben“, erklärt der Pfalzwein-Vorsitzende Klaus Schneider. Für ihn war die Entscheidung zur Gebietsumbenennung „ein kluger Schachzug“, von dem die Pfalz seiner Überzeugung nach „bei der Kommunikation des neuen Weinbezeichnungsrechts noch unendlich profitieren wird“.