Jahrgangspräsentationen am 30.04.2016

Am 30. April 2016 besuchten wir drei Weingüter die an diesem Tag zu den Jungweinproben eingeladen hatten.

 

Es waren die Weingüter

Schwedhelm in Zellertal/Zell  Nordpfalz

das

Weingut Uli Metzger in Grünstadt-Asselheim / Unterhaardt

und das

Weingut Erich Stachel in Maikammer / Südpfalz

 

Hierzu jeweils ein kleiner Bericht.

 

Weingut Klosterhof Schwedhelm in Zellertal

 

„Das Weingut Klosterhof Schwedhelm gehört zu den vielen jungen Betrieben in Deutschland, die nach einem Generationswechsel erfolgreich zu neuen Ufern aufbrechen. Die Schwedhelms haben die Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung abgeschlossen, aber dogmatisch sind sie nicht, sondern feilen mit wachem Blick an ihrer Weinqualität.“

 

Sehr beeindruckend das neue Empfangsgebäude auf dem Berg in Zell.

 

In einem Probierraum mit tollem Fernblick wurden wir freundlich empfangen und gingen dann auch gleich an die Probe der vorgestellten Weine.

 

Vorab ein Rose Brut der elegant prickelnd über die Zunge ging. Die Rebsorte ist ein St. Laurent.

Ein sehr schöner frischer Sekt 12,5 % Vol. 10,80 Euro.

Kauf empfehlenswert.

 

Die weiteren Weine gingen wir über die Literflaschen an, die mit Müller-Thurgau, Silvaner, Riesling, Kerner, Bacchus, Morio-Muskat,Portugieser und Dornfelder in lieblich, feinherb und trocken angeboten werden.

Die Literflaschen werden laut Stephan Schwedhelm insbesondere noch für die "Altkunden" mit im Programm gehalten und bei Preisen von 4,10 bis 4,70 Euro sind dies tolle "Schoppenweine".

 

Die weiteren Weine in 0,75 Ltr.Fl. sind in Gutsweine,Ortsweine, Erste Lage und Große Lagen eingeteilt.

 

Also gleich der Linie VDP.

 

Stephan Schwedhelm ist ja auch Spitzentalent im VDP.

 

Wir haben die Weissweine alle durchprobiert und waren insbesondere von den 2015er begeistert.

 

Auch das Weissweincuvee aus Müller-Thurgau,Rielsing und Bacchus in Fernherb war sehr ansprechend.

 

Folgende Zeilen / Berichte aus Fachjournalen noch zur Information:

 

DIE NEUE PFALZ HEISST AUCH SCHWEDHELM 

von Frank Ebbinghaus

(25. Oktober 2014) 

Für viele deutsche Winzer war der Jahrgang 2013 eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre. Für einen nicht: Stephan Schwedhelm, Jahrgang 1979, der gemeinsam mit seinem Bruder Georg (links abgebildet) seit ein paar Jahren den elterlichen 17 Hektar-Betrieb in Zell/Pfalz führt, hat ausgerechnet in diesem schwierigen Jahr an der Qualitätsschraube gedreht. Mir waren die Weine bei der Berliner GG-Premiere Anfang September stark aufgefallen. Das Weingut Klosterhof Schwedhelm ist (noch) kein VDP-Mitglied, durfte sich aber als eines der „Pfälzer Spitzentalente“ des VDP in Berlin präsentieren. Beeindruckt hat mich, mit welcher Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit hier Weine gelangen, wo manche GG von VDP-Spitzenerzeuger doch noch hart mit sich rangen.

Und wirklich: Ein schwieriges Jahr war es für die Schwedhelms eigentlich nicht. Der Ertrag lag nur minimal unter dem Durchschnitt „normaler“ Jahre. Die Säure ist zwar etwas höher, aber perfekt integriert. Die Weine schmecken richtig reif. Was bedeutet: Mineralische Finesse bei moderaten 12,5% Alk. entsprechen dem Stilwillen der Erzeuger. Pfälzer Barock ist hier unerwünscht.

Von den Eltern hat man einen breiten Rebsortenspiegel geerbt. Ein paar Jahre brauchte es, bis die Brüder herausfanden, welcher Weinberg für welche Rebsorte am besten geeignet ist. Riesling und Burgundersorten rücken ins Zentrum. Denn mag auch das schöne Zellertal ein wenig abseits der Wertschätzung vieler Weinfans liegen, die Schwedhelms sind vom großen Potential ihrer Weinberge sehr überzeugt. „Das Zellertal hat einzigartige Böden,“ erklärt Georg, der für Marketing und die Bücher zuständig ist, während Stephan über Weinberge und Keller herrscht, „Südhänge mit Kalk und Ton, bis 35 Prozent Steigung, schön windig – ein wenig wie im Burgund“.

Und wirklich: Alle Weine, die ich probierte, sind stark durch den Kalkboden geprägt. Er gibt ihnen Eleganz, Finesse und diesen unverwechselbaren Kalkstein-Geschmack, eine ganz feine, fast kreidige Aromatik, in der immer wieder gelbe Früchte, Ingwer und Quitte schmeckbar sind – sehr apart. Und sehr lecker. Die Weine lassen sich prima trinken – keine mineralischen Monster, die ob ihres kompromisslosen Stils nur ehrfürchtig bestaunt werden können.

Richtig gut gefällt mir der 2013 Weißburgunder trocken Karlspfad Erste Lage. Die Trauben stammen aus einer massiven, mit Mergel durchsetzten Kalkterrasse des Zeller Kreuzbergs. 2013 erbrachte diese Parzelle perfekt gereifte und sehr gesunde Trauben. Und so entschloss man sich, diesen Weißburgunder, von dem ein Viertel des Mostes im Tonneau ausgebaut wurde, erstmals als Lagenwein mit höherem Qualitätsanspruch zu vermarkten. Der Wein duftet nach reifen Melonen, Birnen, Quitten und Kalksteinmineralität, ja, er stinkt sogar ein bisschen. Am Gaumen wirkt er kühl, mineralisch, elegant, die hohe Säure (immerhin rund neun Gramm/Liter) ist sehr gut integriert. Zugleich wirkt der Wein sehr reif, gelbe Früchte, etwas Süße kommt durch, am zweiten Tag auch Birne, zerlassene Butter, etwas Vanille, aber alles bleibt auf der frischen mineralischen Seite.

Sehr verschlossen ist der 2013 Zeller Kreuzberg Riesling trocken Erste Lage Wotanfels, der einer Parzelle unter einer acht Meter hohen, bizarren Kalkfelsformation entstammt. Der Wein wirkt sehr schlank (12 % Alk.), gibt nach einigem Glasschwenken etwas süße und leicht rauchige Exotik preis, am zweiten Tag lassen sich rote Früchte erahnen. Sehr interessant, braucht aber noch Flaschenreife.

Spitzenwein ist der 2013 Zeller Schwarzer Herrgott Riesling trocken Große Lage. Er entstammt einem mehr als 60 Hektar großen Weinberg, dessen größter Teil auf rheinhessischem Gebiet liegt. Dort erzeugt das Weingut Battenfeld-Spanier (Hohen-Sülzen/Rheinhessen) das Mölsheimer Zellerweg Am Schwarzen Herrgott Riesling GG – einen trockenen Spitzenriesling von einigem Renommee.

Ich habe beide Weine parallel verkostet. Das ist natürlich unfair, schließlich kostet das berühmte GG dreimal so viel und sein Erzeuger ist viel erfahrener. Doch nur der Vergleich mit einem Spitzengewächs kann die Maßstäbe für das Qualitätsstreben eines jungen Betriebes liefern und zugleich die bereits erreichte Güte der Weine richtig einordnen helfen.

Die GG von Battenfeld-Spanier habe ich in den letzten Jahren ab und zu verkostet, sie haben mich stets beeindruckt, getrunken habe ich sie jedoch bisher nie. Das wird sich ändern. Denn das 2013 Riesling Schwarzer Herrgott GG hat mich schwer begeistert. Ein sehr komplexer, feiner, fast femininer Riesling, der auf einzigartige Weise Aromen von Crème brûlée und Tahiti-Vanille (ohne jede Süße und Schwere) mit Melone, Apfelsine und dann vor allem mit saftigem weißen Pfirsich ohne Kitsch und Schwere verbindet, wozu Mineralität und Säure beitragen – ein verführerischer Schleiertanz, der sich da am Gaumen abspielt.

Und der Schwarze Herrgott von Schwedhelm? Er glänzt – um eine Paradoxie zu bemühen -  im Schatten seines übermächtigen Konkurrenten. An dessen dramatische Sinnlichkeit reicht er nicht heran, doch beweist er genug Klasse, um sich neben dem GG zu behaupten. Mit einer klaren mineralischen Nase, die nach reifem Apfel, Vanille, Kalk und Ingwer duftet, mit viel Zug, großer Säurefrische, reifen Apfelaromen, die am zweiten Tag von herrlich frischem, reifen Weinbergspfirsich abgelöst werden. Der feine Kalkstein ist immer präsent und auch am achten Tag zeigt das letzte Glas kaum Ermüdungserscheinungen. Ein herrlicher Wein, der gerade mal zwölf Euro ab Hof kostet.

Das Weingut Klosterhof Schwedhelm gehört zu den vielen jungen Betrieben in Deutschland, die nach einem Generationswechsel erfolgreich zu neuen Ufern aufbrechen. Die Schwedhelms haben die Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung abgeschlossen, aber dogmatisch sind sie nicht, sondern feilen mit wachem Blick an ihrer Weinqualität. Sie wissen, dass sie noch nicht da sind, wo sie hinwollen. Aber sie sind fest entschlossen, ihre Ziele zu erreichen. Von Familientraditionen lassen sie sich nicht fesseln.

_________________________________________________________________________________________________________________________________ 

 

Unser Fazit:

 

Ein Betrieb mit jungen fähigen Weinfachleuten der sich mit Sicherheit im hochwertigen Segment auf Dauer ansiedelt.

 

Gerne schauen wir bei Gelegenheit mal wieder vorbei um auch die Rotweine zu probieren.

Zur Stärkung gings zwischendurch mal an den "Burgerstand"

Als zweites Weingut besuchten wir

 

Uli Metzger in Grünstadt-Asselheim

Durch einen vollen Winzerhof mit Gästen der Weinstube betraten wir das Fasslager und die Kelterhalle des Weingutes Metzger.

 

Es war um die 15.00 Uhr und die Halle sehr gefüllt mit einem großen Probepublikum.

 

Nach Empfang der Gläser (Pfand 5,00 Euro - echt ok und auch notwendig) begannen wir die optisch gut aufgebaute

Probe.

 

Über Sekte zu den Alltagsweinen im Liter über die Flankenstücke und Pastorenstücke zu den Filetstücken.

 

Uli Metzger ist mit Leib und Seele Winzer. Nach abgeschlossener Winzerlehre, Ausbildung zum Wirtschafter und Winzermeister ist er seit 1987 im elterlichen Betrieb tätig.

 

Seitdem wurde ständig modernisiert. Umstellung auf klassische Rebsorten und Vergrößerung der Fläche von 7 auf mittler-weile 19 Hektar. Im Jahr 2010 übernahm er den Betrieb und brachte 2011 eine tierische Variante ins Spiel.

 

Während andere Winzer ihre Weine nach Sternen und Trauben sortieren, wird am „Grundriss“ einer Kuh gezeigt, wie der jeweilige Wein einzustufen ist: Die Flanke steht für Gutsweine, das Pastorenstück für die mittlere Qualität und das Filet für die Topqualität.

 

Wir waren überrascht mit welcher Ruhe Uli Metzger die große Schar an Probewilligen abwickelte und sich viel Zeit nahm auch einiges zu erklären.

 

Wir kannten ja einige Weine, da diese seit geraumer Zeit sich im Verkauf der Wasgau Märkte befinden. Interessant waren die Scheurebe und den Muskateller zu verkosten.

 

Auch alle anderen Weissweine probierten wir durch und konnten eine sehr gute Qualität feststellen. Auch hier die 15er Weine herausragend, trotz Frische.

 

Das Weingut werden wir auch noch mal in Ruhe aufsuchen um die Palette der Rotweine zu verkosten.

 

Mit dem guten Marketing werden sich die "Metzger Weine" sicherlich noch stärker im Markt einbinden.

Als drittes Weingut besuchten wir in unserem Heimatort zum Abschluss das

 

Weingut Erich Stachel in Maikammer

Da man sich nun schon lange Jahre kennt, wurden wir sehr freundlich von der Familie Stachel begrüsst und konnten auch einige unserer Weinfreunde vor Ort begrüssen.

 

Die Probe wie in jedem Jahr sehr übersichtlich aufgebaut, ist für mich immer der Weg von Weissburgunder, Grauburgunder, Sauvignon Blanc in zwei Varianten bis zum Gewürztraminer.

 

Auch hier die 15er Weine mit sehr schöner Frucht und Frische.

 

Ich habe noch einen kleinen Einkauf getätigt und mir eine 3 Literflasche des Cuvee ERICIUS aus dem Jahre 2012 mitgenommen um mein Big Bottle Lager in der WineBank weiter zu füllen.

 

Das Weingut habe ich hier in einem Blog schon beschrieben und gebe noch mal einen kurzen Auszug hier bekannt:

 

Gegründet von Erich Stachel, führt heute der Junior Mathias Stachel den Betrieb.

15 Hektar rund um Maikammer in der südlichen Pfalz werden hier bewirtschaftet.

 

Der Mittelpunkt seiner Arbeit liegt für den Vater, Erich Stachel, im Weinberg, das war schon immer so.

 

Erich Stachel hat das Weingut endgültig auf Erfolgskurs gebracht, konnte seinem Sohn lehrreiche Aufenthalte in den USA und in Neuseeland gönnen, bevor der Weinbautechniker endgültig nach Hause zurückkehrte.

 

Heute teilen sich Vater und Sohn die Aufgaben. Während sich der Vater um die Bewirtschaftung der Weinberge kümmert, hat sein Sohn die Verantwortung im Keller übernommen.

 

Das ist keine Vermeidungstaktik, sondern einfach den unterschiedlichen Interessen der beiden geschuldet. Einer Meinung sind sie aber beileibe nicht immer. Wenn der Jahrgang es zulässt, kann das Vater-Sohn-Gespann mächtig stolz auf seinen Syrah sein.