Veritable  Weinmesse St. Martin 

Veritable 2015

von  und Stephan Nied, inklusive Zitate von Weinfreunden:

Ein Muss für Gastronomen und Weinhändler!! Deutschlands schönste Weinfachmesse, die gestern zum 5. Mal stattfand. Wir vom Pfalzweinproben-Blog waren auch dabei, denn wir haben gelernt, uns früh genug anzumelden. Ausgebucht ist dieses Top-Event mit Weltklasse-Winzern ziemlich schnell… Veranstalter sind Philipp Kiefer vom Aloisiushof und Uwe Warnecke, Ex-Sommelier im Deidesheimer Hof, die von über 30 Sponsoren unterstützt werden.

Veritable 15

Veritable 15

Folgende Weingüter präsentierten ihre Weine:

(kopiert von der Webseite http://www.veritable.de)

Pfalz: Aloisiushof · Philipp Kuhn · Pinotimes · Stern · Dr. Bürklin-Wolf · von Winning · Christmann · Meßmer · Immengarten Hof · Rebholz · Hensel · Markus Schneider · Knipser · Krebs · Zelt · Rings · Pfeffingen · Wehrheim · Bergdolt
Baden: Bernhard Huber · Dr. Heger
Franken: Paul Fürst
Mosel: Egon Müller · Grans-Fassian · Fritz Haag · Maximin Grünhaus · J. J. Prüm· Van Volxem · Wegeler
Nahe: Dönnhoff · Gut Hermannsberg · Diel
Rheingau: Robert Weil · August Kesseler · Leitz – Künstler · Wegeler
Rheinhessen: Battenfeld-Spanier · Kühling-Gillot · Liebfrauenstift
Württemberg: Dautel
Bulgarien: Rossidi
Burgund: Drouhin · Tollot Beaut · Chanson
Champagne: Billecart-Salmon · Bollinger · Duval-Leroy · Taittinger
Elsass: Gresser · Trimbach
Loire: de Ladoucette
Italien: Giacomo Bologna · Bellavista · Petra Suvereto · Luce · Ornellaia · Gaja · Ca`marcanda · Lis Neris · Elio Altare · Pico Maccario · Cavalli Tenuta degli Die · Tenuta San Guido
Österreich: F.X. Pichler · Knoll · Schloss Gobelsburg · Prieler · Leopold Aumann · Kollwentz
Portugal: Niepoort
Spanien: Mas d‘en Gil · Tandem
Australien: Penfolds
Argentinien: Andenluna, Chacra
Chile: Chadwick · Errazuriz
Kalifornien: Beringer
Südafrika: Meerlust
Edelobstbrennerei: Reisetbauer

Geöffnet war der Aloisiushof von 12-18:00 Uhr, Location und Ambiente waren sehr ansprechend. Die Besucherzahl mit 550 Personen raumfüllend. Der Puls war hoch, der Takt schnell. Wir sahen kaum Leerlaufzeiten bei den einzelnen Ständen, alle waren ständig im Gespräch. Respekt für alle Winzer und deren Vertreter, die trotz der Wärme unermüdlich ihre Spitzenweine erklärten!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusammenfassend? WOW. WOW. Und … WOW. Die Namen der Aussteller sprechen für sich, natürlich war das Niveau extrem hoch. Eine großartige Sammlung von Spitzengewächsen.

Dass die Pfalz international sehr gut mithalten kann, ist auch kein Geheimnis – und wurde wieder bestätigt! 

Stephan Nied: Abseits der vielen hervorragenden Rieslinge möchte ich hier auf drei Pfälzer Weißweine näher eingehen, die für mich, im positiven Sinne, aus der Reihe fielen.

Da ist zuerst die 2014er Scheurebe –SP- vom Weingut Pfeffingen, wobei hier SP für Selektion Pfeffingen steht. Der Most wurde in neuen Barriquefässern (französische und amerikanische Eiche) vergoren. Der Wein begeistert mit einem intensiven Duftpotpourri aus Johannisbeere, Passionsfrucht und feiner Minzaromatik. Die vom Holzfass geprägten Aromen von Vanille und Röstnoten gesellen sich ideal dazu. Die frische und dennoch kraftvolle Art des Weines begeistert und bleibt lange im Gaumen. Stilistisch inspiriert von den großen Weißweinen aus Bordeaux und von der Loire ist die Scheurebe –SP- das Pendant zu den Großen Gewächsen. (Preis ca. 17 Euro)

Nicht laut und überladen, sondern elegant und anmutig kommt der Chardonnay Tempus vom Weingut Bergdolt – St. Lamprecht daher. Zu 100% im kleinen Barriquefässern ausgebaut, besticht dieser Chardonnay mit seiner reifen Frucht und den feinen Vanillearomen in der Nase. Im Mund ist er griffig, mit einem schönen Säurespiel und besitzt einen von Röstaromen besetzten warmen Nachhall.

Besonders erwähnenswert finde ich den Ansatz von Caro Bergdolt, ihren Kunden auch gereifte Gewächse zu präsentieren, um zu demonstrieren wie schön die Weine des Weingutes reifen können. Vor kurzem schon hatte ich die Gelegenheit und das Vergnügen, einen 1999er Mandelberg Weissburgunder probieren zu dürfen. Nun hatte ich die Chance, den drei Jahre älteren 2002er Mandelberg Weissburgunder zu verkosten. Ein kraftvolles Gelb strahlt mich aus dem Glas an, in der Nase absolut frisch, ganz ohne Firnenoten, mit Kräuter und etwas Tabak, aber auch die typische Weissburgunder Frucht von Melone und Aprikose strömen an die Nase. Im Mund umschmeichelt zunächst einmal die Cremigkeit die Zunge, wie an der Nase auch hier die schöne Frische von Melone und Aprikose, deutliche Mineralik, gute Säure als Rückgrat, langer intensiver Abgang. Wirklich ein Prachtexemplar von einem gereiften deutschen Weissburgunder.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherlich für uns als Pfälzer die bemerkenswerteste “Neuentdeckung im Bereich weiss & deutsch”.  Weine, die uns mit ihrem trockenen, markanten und leichten Stil außerordentlich gut gefallen haben. Aromatische Weine, die moderat sind im Alkohol, eines der erklärten, wichtigen Ziele des Hauses, gerade auch im Hinblick auf die Klimaerwärmung. Spontanvergoren, was die Vielschichtigkeit unterstreicht. Und von Schieferböden, von extrem steilen Lagen, die früher schon zu den teuersten der Welt gehörten, wie z.B. dem Goldberg. Der 2010er, inzwischen ausverkauft und nicht mehr erhältlich, hat uns wunderbar gezeigt, wie langlebig diese Weine sind, dass 5 Jahre hier nichts bedeuten… www.vanvolxem.com

Elio Altare. Mein persönlicher Rotwein-Favorit des Tages. Sehr dichte, vielschichtige Weine, mit Tanninen, wie ich sie mag, die sehr betont, aber dennoch seidig sind und lange nachhallen. Frucht und Holz im Einklang. Sekundäraromen, wie Pferdestall und Herbstlaub. Lebendige Säure. 2011 Lange rosso doc Larigi (Barbera), der erste, den wir probierten und der uns förmlich zwang, alle komplett zu probieren. Keine günstigen Weine, hier geht es bei 50 € erst los. Aber sehr ausdrucksvoll und dadurch auch einprägend, ganz besondere Weine… www.elioaltare.com

Nun wieder Stephan: 

Nachdem ich den berühmten Sassicaia aus 2012 und 2001 probiert hatte und ich am gegenüberliegenden Stand Thomas Hensel mit seinem Ikarus Rotwein entdeckte, überkam mich die irre Idee, den Ikarus im Vergleich zum Sassicaia zu probieren. Vorweg, beide Weine unterscheiden sich komplett in ihrer Stilistik, trotzdem überzeugte mich in diesem gewagten Vergleich der Ikarus total. Den Wein kenne ich nun schon über 15 Jahre, er ist das Flaggschiff von Thomas Hensel und wird nur in den besten Jahren gefüllt. Es handelt sich um einen reinsortigen Cabernet Cubin der im Barriquefass ausgebaut wurde. Der 2011er Ikarus kommt tiefviolett und dunkel ins Glas. An der Nase gibt es sehr viele Aromen zu erschnuppern, zuerst kommt die Fruchtnote, Brombeer-, Cassis- und Kirscharomen strömen mir entgegen, dicht gefolgt von der rauchigen Note nach Leder, Tabak, Vanille, ganz viel Schoko und Mokka, nach und nach kommen auch Gewürznoten von Pfeffer und ätherische Noten hinzu. Was ein Duft!!! Auch im Mund bleiben diese Aromen präsent und paaren sich mit einem saftigen, fast schon fleischigen Biss. Die samtigen, noch jugendlichen, Tannine geben dem Ikarus eine gute Struktur. Ein Wein mit viel Finesse und Eleganz der über die Zeit bestimmt noch besser wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und das sagen unsere Weinfreunde zur Veritable:

Wolfgang Ulrich, Chili Magazin, Neustadt: “Man hat wieder gesehen, dass unsere Topwinzer aus der Pfalz ganz hervorragende Weine machen. Und alle im direkten Vergleich mit allen Anbietern in einem schönen Ambiente probieren zu können. Nicht zu vergessen das wirklich hervorragende Essen am Abend. Zu den Favoriten: Markus Schneider, Ellerstadt hat mich sehr überzeugt.” www.chili-dasmagazin.de

Matthias F. Mangold, Genusstur, Venningen:Eine meiner Lieblingsmessen, weil direkt, privat, persönlich und nahe. Ohne viel Chichi ist das eine super Möglichkeit, auch Winzerpersönlichkeiten kennenzulernen, die man nicht alltäglich trifft, Gaia Gaja beispielsweise … Zu den Highlights: Richtig toll fand ich die drei Blaufränkisch von Prieler – das ist meilenweit von den meisten deutschen Lembergern entfernt. Reinlegen könnte ich mich in Egon Müllers Weine. www.genusstur.de

Meinolf Sachse, Restaurantleiter Zur Kanne, Deidesheim: “Zum 5. Mal Veritable im Aloisiushof in St Martin. Beeindruckend, was jedes Jahr wieder auf die Beine gestellt wird! Diese sehr beliebte Fachmesse bestach wieder durch ein sensationelles Wein-Line-up mit 77 Weingütern der ganzen Welt, vorrangig natürlich die Pfalz und Deutschland.
Highlight/s?! VIELE. Herausragend sicherlich 2001 Sassicaia, der mit neuester und vllt zukunftsweisender Weintechnik ausgeschenkt wurde. Säfte und Saft Secco zum hochwertigen Genuss ebenfalls top. Dazu ein stets bestens organisiertes, freundliches Team des Aloisiushof, was zu einer tollen Grundstimmung beigetragen hat!www.gasthauszurkanne.de

Marc Hofmann, Weinhändler Gereifte Weine: “Zur Veranstaltung: Wie in der Vergangenheit perfekt organisiertes Weinevent, das keine Wünsche offen lässt. Spannend die verschiedenen Stile der Champagne-Häuser zu verkosten (Extrembeispiel: Taittinger vs. Billecart-Salmon) sowie auch einmal Weißweine ausländischer Produzenten probieren zu können (z.B. Drouhin, F.X. Pichler), wobei man als Pfälzer da wohl nur schwer vom angeborenen Rieslingweg abkommen kann :). Viele international bekannte Rotweine (Penfolds, Braida); teilweise waren die Winzer bzw. jmd. aus der Familie persönlich da (u.a. GAJA, Domaine Tollot-Beaut, Kollwentz…). Sehr schön, dass es auch möglich war hochwertige Rotweine trinkreif zu verkosten (Sassicaia 2001, GAJA Barbaresco 2005,Carmarcanda 2004, 2007 Bricco dell´Uccellone, 2006,2007 und 2009 Barolo von Elio Altare.” gereifte-weine.com